09. Juli 2026 von DIGITAL2GO in Ratgeber Digitalisierung
Eine Verpackung ist bald mehr als nur Karton, Folie oder Füllmaterial – sie wird zum Datensatz.
Die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) ist bereits seit 11. Februar 2025 in Kraft. Viele ihrer zentralen Anforderungen gelten jedoch ab dem 12. August 2026 verbindlich. Unternehmen stehen damit vor der Aufgabe, nicht nur nachhaltigere Verpackungen einzusetzen, sondern auch die dazugehörigen Daten vollständig und digital verfügbar zu machen.
Betroffen sind Unternehmen entlang der gesamten Supply Chain – von Herstellern und Importeuren über Händler bis hin zu Logistik- und Fulfillment-Dienstleistern.
Ziel der Verordnung ist es, Verpackungsabfälle zu reduzieren, die Recyclingfähigkeit zu verbessern, den Verbrauch von Primärrohstoffen zu verringern und die Kreislaufwirtschaft in Europa zu stärken.
Mit der PPWR werden Verpackungen nicht nur rein physisch betrachtet, sondern zunehmend auch als Datensätze. Unternehmen müssen künftig sicherstellen, dass relevante Informationen zu ihren Verpackungen vollständig, nachvollziehbar und digital verfügbar sind.
Gleichzeitig gewinnen technische Dokumentationen, Konformitätsnachweise und strukturierte Datenprozesse entlang der gesamten Supply Chain an Bedeutung. Eine verlässliche Datengrundlage wird damit zum entscheidenden Erfolgsfaktor für die effiziente Erfüllung der neuen Anforderungen.
Mit der PPWR steigen die Anforderungen an die Verpackungsdokumentation deutlich. Unternehmen müssen künftig sicherstellen, dass relevante Verpackungsinformationen vollständig, nachvollziehbar und digital verfügbar sind. Dazu zählen insbesondere:
Vollständige Verpackungsdaten - wie Abmessungen, Gewicht und Materialarten
Verpackungshierarchien - also Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackungen
Nachhaltigkeitsnachweise - etwa Angaben zur Recyclingfähigkeit und zum Materialeinsatz
Kennzeichnungspflichten - zum Beispiel bei Gefahrstoffen oder besonderen Handhabungshinweisen
Digitale Datenbereitstellung für Behörden, Partner und Prozesse innerhalb der Supply Chain
Darüber hinaus enthält die Verordnung zahlreiche Anforderungen rund um Konformität, technische Dokumentation, Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteile, Verpackungsminimierung sowie Informations- und Nachweispflichten.
Damit werden Verpackungsdaten zu einem wichtigen Bestandteil der Stammdatenqualität. Unvollständige oder fehlerhafte Daten können zu zusätzlichem Aufwand, Verzögerungen in Prozessen und Problemen bei Nachweispflichten führen.
Die eigentliche Herausforderung der PPWR beginnt dort, wo Verpackungen zu Daten werden.
Unternehmen benötigen nicht nur Informationen zu Gewicht, Abmessungen oder Materialien, sondern müssen diese auch strukturiert erfassen, verwalten und bei Bedarf nachweisen können.
Besonders bei großen Artikelportfolios, wechselnden Verpackungseinheiten oder komplexen Verpackungshierarchien steigt der Aufwand schnell an. Umso wichtiger wird eine verlässliche Datengrundlage.
Unvollständige oder fehlerhafte Informationen können zusätzlichen Prüfaufwand verursachen, Nachweise erschweren und Prozesse entlang der Lieferkette beeinträchtigen. Wer bereits heute die richtigen Grundlagen schafft, kann somit zukünftige Anforderungen effizienter erfüllen und gleichzeitig die Qualität seiner Stammdaten nachhaltig verbessern.
Viele Unternehmen fragen sich aktuell nicht nur, welche Daten sie benötigen, sondern auch, wie diese Informationen künftig dokumentiert werden sollen.
Die PPWR schreibt umfangreiche Dokumentations- und Nachweispflichten vor, stellt jedoch derzeit kein standardisiertes Dokumentationsschema zur Verfügung, das von allen Unternehmen gleichermaßen genutzt werden kann. Zwar definiert die Verordnung Anforderungen an technische Dokumentationen und Konformitätserklärungen, die konkrete Umsetzung erfolgt jedoch unternehmensspezifisch und hängt unter anderem von den eingesetzten Verpackungen, Prozessen und Nachweispflichten ab.
Umso wichtiger ist eine strukturierte und konsistente Datenerfassung, um diese Informationen effizient verwaltet zu können.
Da die PPWR keine einheitliche Dokumentationsvorlage vorgibt, empfiehlt sich die Definition eines unternehmensweiten Standards für Verpackungsdaten. Ziel sollte es sein, alle relevanten Informationen vollständig, nachvollziehbar und revisionssicher zu erfassen.
Zu den allgemeinen Verpackungsdaten gehören Angaben wie Artikelnummer, Artikelbezeichnung, Verpackungs-ID, Verpackungstyp, Erfassungsdatum sowie die verantwortliche Person oder Abteilung.
Im Bereich der physischen Stammdaten sollten die wesentlichen Eigenschaften der Verpackung dokumentiert werden. Dazu zählen Länge, Breite, Höhe, Gewicht und gegebenenfalls das Volumen.
Ebenso relevant sind Materialinformationen. Erfasst werden sollten das Hauptmaterial, weitere eingesetzte Materialien, deren jeweilige Anteile, mögliche Rezyklatanteile sowie Angaben zur Recyclingfähigkeit der Verpackung.
Für die Anforderungen der PPWR spielt außerdem die Verpackungshierarchie eine wichtige Rolle. Unternehmen sollten klar dokumentieren, ob es sich um eine Primärverpackung mit direktem Produktkontakt, eine Sekundärverpackung als Sammelverpackung oder eine Tertiärverpackung für Transport und Logistik handelt.
Ergänzend empfiehlt sich die Erfassung weiterer PPWR-relevanter Merkmale wie eingesetzte Füllmaterialien, Umverpackungen, Gefahrenstoffkennzeichnungen, besondere Handhabungs- und Lagerhinweise sowie Informationen zur Wiederverwendbarkeit oder Kompostierbarkeit, sofern diese Eigenschaften relevant sind.
Abgerundet wird die Dokumentation durch Nachweise und Prüfunterlagen. Dazu gehören Angaben zu Lieferanten und Verpackungsherstellern, Material- und Recyclingnachweise, Zertifikate, Prüfberichte, Änderungsstände, Versionierungen sowie Prüf- und Freigabedaten.
Je strukturierter diese Informationen erfasst werden, desto einfacher lassen sich zukünftige Nachweis-, Dokumentations- und Berichtspflichten erfüllen. Gleichzeitig steigt die Qualität der Stammdaten, die auch für Verpackungsplanung, Logistik und Versandprozesse von zentraler Bedeutung sind.
Für viele Unternehmen besteht die eigentliche Herausforderung nicht in der Verpackung selbst, sondern in der Erfassung und Dokumentation der erforderlichen Daten. Genau hier unterstützt der MultiScan: Dimensionen und Gewicht werden automatisch erfasst, während die Anwender über die WebApp mit dem PackData Assistant Schritt für Schritt durch die Dokumentation weiterer PPWR-relevanter Informationen geführt werden – von Verpackungshierarchien über Füllmaterialien bis hin zu eingesetzten Verpackungsmaterialien.
Der geführte Prozess reduziert manuelle Fehler, spart Zeit und schafft eine verlässliche Datenbasis für zukünftige Dokumentations- und Nachweispflichten. Wichtig dabei: Der MultiScan macht Unternehmen nicht automatisch PPWR-konform, ist jedoch das ideale Tool für die effizienten Erfassung, Dokumentation und Verwaltung der dafür erforderlichen Verpackungsdaten.
Die PPWR ist nicht nur eine regulatorische Aufgabe. Sie bietet Unternehmen gleichzeitig die Chance, ihre Verpackungs- und Stammdatenprozesse nachhaltig zu modernisieren.
Präzise Verpackungsdaten unterstützen nicht nur die Erfüllung von Dokumentationspflichten. Sie schaffen auch Mehrwert in vielen operativen Bereichen – von der Lageroptimierung über die Kartonauswahl bis hin zur Kontrolle von Versandkosten und einem ressourcenschonenderen Materialeinsatz.
Unternehmen, die bereits heute damit beginnen, ihre Verpackungsdaten strukturiert aufzubauen, schaffen eine wichtige Grundlage für zukünftige Anforderungen und steigern gleichzeitig die Effizienz ihrer Prozesse.
Mit der PPWR werden Verpackungsdaten zu einem zentralen Bestandteil moderner Lieferketten. Ab dem 12. August 2026 rücken Transparenz, Nachvollziehbarkeit und digitale Verfügbarkeit dieser Informationen stärker in den Fokus als je zuvor.
Wer frühzeitig in eine verlässliche Datengrundlage investiert, ist nicht nur besser auf regulatorische Anforderungen vorbereitet, sondern profitiert auch von effizienteren Prozessen und einer höheren Datenqualität entlang der gesamten Supply Chain.
Der MultiScan kann dabei ein wichtiger Baustein sein: Er unterstützt Unternehmen bei der strukturierten Erfassung von Verpackungsdaten und schafft die Grundlage für eine digitale, nachvollziehbare und zukunftssichere Dokumentation im Sinne der PPWR.
Denn am Ende geht es nicht nur darum, Anforderungen zu erfüllen – sondern darum, aus Daten einen echten Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen. Wer heute die richtigen Grundlagen schafft, ist auf die Anforderungen von morgen besser vorbereitet.
Quellen:
Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR), EUR-Lex (06.07.2026)
Wirtschaftskammer Österreich (WKO): Informationen zur EU-Verpackungsverordnung PPWR (06.07.2026)
Industrie- und Handelskammer (IHK): Informationen und Leitfäden zur PPWR (06.07.2026)
Tanso: Fachinformationen zur technischen Dokumentation und Konformitätserklärung nach PPWR (06.07.2026)