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Nachhaltigkeit bei D2GO – Digitalisierung in 4 Dimensionen

23. June by DIGITAL2GO in Ratgeber Digitalisierung

Digital 2 Go ;
4 Minuten Lesezeit

„A Clean Planet for all“: so lautet der Name einer Langzeitvision der Europäischen Kommission. Ihr Inhalt: Die europäische Industrieproduktion soll bis 2050 vollständig auf Treibhausgas-Emissionen verzichten. Der größte Hebel dafür: digitale Transformation.

Let's perform sustainably

Die Digitalisierung ist wohl einer der größten Hoffnungsträger, wenn es um die Erreichung der weltweit gesetzten Klimaziele geht. Industrie 4.0 heißt auch in den globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs = Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen: „0-Emission“. Hierfür bedarf es eines stark optimierten Ressourceneinsatzes, einer Minimierung unnötiger Überschüsse und einer vorausschauenden Wartung der industriellen Anlagen.

Digitale Transformation soll letztlich für eine deutlich bessere Ökobilanz sorgen, schließlich eröffnet sie eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, um die Ökoeffizienz des produzierenden Sektors zu erhöhen bei gleichzeitiger Reduktion von Ressourcenverbrauch und Schadstoff-Emissionen.

Was versteht D2GO unter Nachhaltigkeit

„Nachhaltig“ wird aktuell immer noch gerne verwendet, wenn es darum geht, Prozesse und ihre Resultate als „langandauernd und sinnvoll“ zu bezeichnen. Die Begriffe Nachhaltigkeit oder nachhaltige Entwicklung sind aber deutlich komplexer. Die zeitliche Dimension ist in unserem Nachhaltigkeits-Verständnis aber nur einer von 4 Aspekten. Und Sinnhaftigkeit entsteht überhaupt nur dann, wenn alle 4 Dimensionen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Zu den drei klassischen Bereichen „Ökologisch“ – „Ökonomisch“ – „Sozial“ zählt für uns noch die 4. Dimension „Zeit“. Herausfordernder Weise aber in Form von knapper Zeit, also Geschwindigkeit und damit notwendig verbundener Agilität. Denn Digitalisierung geht mit einer ungeheuren Eigendynamik einher, die zu kippen droht, wenn man nicht aufpasst und sich von ihr gestalten lässt. Um selbst zu gestalten, sollte man sich gut vorbereiten.

Abbau von Ängsten, Aufbau von Agilität

Agilität bedeutet aber nicht nur schnell(er) sein, sondern auch denkflexibel: „Um agiler zu werden, müssen Unternehmen agile Stellhebel und Elemente in ihr Geschäftssystem sowohl im Bereich Operations (Produktion, Logistik, Einkauf, Entwicklung und Produktdesign sowie in Elementen des Wertschöpfungsnetzwerks) als auch in den Bereichen Strategie, Organisation und Prozesse sowie der Unternehmenskultur übernehmen. Zusammen mit einem konsequenten Monitoring des Umfelds sowie einer Governance-Funktion, die eine rasche Implementierung der Agilitätsstellhebel ermöglicht, können Unternehmen Chancen in einem volatilen Marktumfeld realisieren,“ erläutert Prof. Dr. Ramsauer von der TU Graz. Nicht nur in Produktions-, sondern auch in diesen genannten Entscheidungs- und Entwicklungsprozessen fließt eine Menge an Informationen und Daten schier unmenschlicher Größenordnung und Komplexität ein. Um diese bewältigen und zu sinnvollen Ergebnissen transformieren zu können, nimmt man „maschinelle“ Hilfe in Form von „Augmented Itelligence“ in Anspruch: die Kombination von menschlichem Know How und Künstlicher Intelligence liefert die besten Ergebnisse und beschreibt eindrücklich die Notwendigkeit eines ausgewogenen Verhältnisses von Mensch und Maschine bei alle Digitalisierungsvorhaben. Und das kann man lernen.

„Richtige Digitalisierung“ lernen

Technische, digitale Entwicklung darf nicht zum Selbstzweck verkommen, sondern muss immer ihren ursprünglichen Sinn im Fokus haben: „Die Arbeit, die unternehmerischen Prozesse effizierter gestalten, „stupide“, repetitive Tätigkeiten übernehmen, den Menschen unterstützen und entlasten.“ Mario Fraiß begleitet unterschiedlichste Unternehmen bei der digitalen Transformation und weist auf ein nutzenbringendes Verhältnis von Mensch und Maschine, unter Verantwortung allen Ressourcen gegenüber, hin. Dies ist das erklärte Ziel nachhaltiger Digitalisierung. Das verlangt von allen Beteiligten wie geschildert ein hohes Maß an Agilität, bei immer kürzeren Zeitspannen für Entscheidungen und Umsetzungsvorhaben. Um von der zunehmenden Geschwindigkeit ihrerseits nicht überfahren zu werden, bietet es sich an, den Umgang mit digitaler Transformation „gefahrlos“ in Akademien oder Denkschulen zu lernen, wie es zum Beispiel bei der LEADFactory der TU Graz möglich ist. Lean Management, digitales learning by doing, agile Produktion, Gamification bis hin zu Energieeffizienz und Ressourcenschonung stehen hier auf dem praxisorientierten Stundenplan. Mit dem wichtigen Nebeneffekt, Ängste und Vorbehalte zu reduzieren – was ein immenser Erfolgsfaktor bei allen Digitalisierungsvorhaben ist.

Schritt für Schritt in die digitale Zukunft, und zwar nachhaltig

Die Digitalisierung hat ein unglaubliches Potential, die industrielle Produktion weltweit effizienter, nachhaltiger, ja, intelligenter zu machen. Schon jetzt sind Sensoren, Roboter, Maschinen, führerloses Transportsystem und vieles mehr im Einsatz. Durch das IoT (Internet of Things) werden alle Systeme, von der Warenbeschaffung bis zur Lieferung, vom Anlagenbau bis zur Mitarbeiterplanung, von der Bestellung bis zum gesamten Controlling miteinander, horizontal und vertikal, verknüpft. Diese Art von digitaler Transformation und der wirklich zukunftsorientierte Umgang damit, bei dem technische Entwicklung nicht um ihrer selbst willen geschieht, ist unser Verständnis von nachhaltiger Digitalisierung. Mit allen ökonomischen, ökologischen, sozialen UND zeitlichen Aspekten. Bleiben wir agil!

Nachhaltige Digitalisierung, step by step /

Prof. Dr. Christian Ramsauer

leitet das Institut für Innovation und Industrie Management an der TU Graz, seit 2021 ist er Präsident der International Association of Learning Factories (IALF).

Mario Fraiß

studierte Informationsmanagement an der FH JOANNEUM. Er begleitet Unternehmen und Vorstände als externer Digitalbeirat.

 

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie auf::

https://www.lehmanns.de/shop/wirtschaft/37864230-9783527509010-erfolgsfaktor-agilitaet

https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-48191-2_1

„A Clean Planet for all“ https://www.umweltbundesamt.at/oekoeffizienz-industrie40