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Willkommen in der 4. Industriellen Revolution

01. June by DIGITAL2GO in Ratgeber Digitalisierung

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5 Minuten Lesezeit

Die Digitalisierung von Unternehmensprozessen schreitet voran, mit teilweise spektakulären Formulierungen. Was dramatisch klingt, ist aber kein schneller oder spontaner Umsturz. Dennoch: der Begriff „4. Industrielle Revolution“ deutet auf durchaus tiefgreifende Änderungen industrieller Arbeitsabläufe hin. Und zwar in Unternehmen jeglicher Größe, ob Konzern oder Mittelstand.

Auch wenn in der 4. Revolution nicht alles von heute auf morgen geht, selbst schleichende, evolutionäre Änderungen können zu etwas gänzlich Neuem führen. Insofern ist der Begriff „Revolution“ und die mit ihm einhergehende Prognosen, Schlagworte und Szenarien nicht unzutreffend gewählt. Nennt man diese Revolution „Phase der digitalen Optimierung“, kann man sich der Sache aber weniger dramatisierend nähern.

Begriffe, Fragen, Ängste

Die Bezeichnung „4. Industrielle Revolution“ steht für eine Phase der fortgeschrittenen Digitalisierung von Arbeitsprozessen. Unternehmen stehen unter wachsendem Effizienz-Druck – Konnektivität durch das „Internet Of Things“, cyber-physische Produktionssysteme und eine erfreuliche große Bandbreite unterschiedlicher Digitalisierungstools können den Firmen schon jetzt dabei helfen, diesem Effizienz-Druck Stand zu halten. „Die Vision hinter allem ist eine selbststeuernde Fabrik, in der Produktionsfaktoren über das Internet kommunizieren,“ so Frau Dipl. Ing. Maria Hulla von der TU Graz, Leiterin der Arbeitsgruppe Industrie Management.

In diesem Kontext ist auch das Schlagwort „Logistik 4.0“ zu verstehen: dank digitaler Transformation ist eine „permanente und minutenaktuelle Lager-Inventur“ längst keine Utopie mehr, sondern wachsende Notwendigkeit.

Die beiden zentralen Fragen, die nicht nur in Expertenkreisen erörtert werden, lauten: „Wie ist digitale Transformation für alle, auch für KMU, bewältigbar“ und „zu wessen Lasten wird sie umgesetzt.“ Die Angst vor Neuem und die Angst, überflüssig zu werden, sind ernstzunehmende Innovationsbremsen, abgesehen von faktischen Hemmschuhen wie Zeit, Geld und MitarbeiterInnen – Bremsklötze, wie sie v.a. den KMU den Weg in ihre digitale Zukunft erschweren.

Die Herausforderungen sind klar

Angst nehmen, Wissen vermitteln, Strategien entwickeln. Und auch wenn es „Revolution“ heißt, von heute auf morgen wird niemand den Status der perfekten und vollendeten Digitalisierung erreicht haben. Doch dass diese Herausforderungen ernstgenommen und gelöst werden müssen, steht außer Frage – zumindest in der Industrie wird es langfristig ohne Digitalisierung kein Überleben geben.

Wie kann man sich diesem Wandel nun stellen, gerade als KMU, und die angesprochenen „Bremsklötze“ beseitigen? Am besten Schritt für Schritt: „Wichtig ist, dass man die Digitalisierung im Unternehmen nicht überstürzt, sondern die Digitalisierungsstrategie auf die Unternehmensstrategie abstimmt. Nach und nach soll eine Roadmap erstellt werden, wobei Mensch, Organisation und Technologien gleichermaßen berücksichtigt werden,“ so Frau Dipl. Ing. Maria Hulla. Und in Bezug auf Vorbehalte und Ängste gilt: Wissen mindert Vorbehalte. Die TU Graz hat 160 Industrieunternehmen befragt und festgestellt, dass die Mitarbeiterakzeptanz hinsichtlich digitaler Technologien durch Schulungen signifikant steigt. Diese Grundakzeptanz in der Belegschaft ist ein nicht zu unterschätzender Faktor für eine erfolgreiche digitale Transformation.

Lösungsansätze und Unterstützung

Die TU Graz erweist sich mit einer Reihe an Angeboten als äußerst kompetenter Begleiter und Impulsgeber in Sachen Digitalisierung, ohne gleich die letzten Jahresgewinne reinvestieren zu müssen: bei Voladigital lernen Teilnehmende zum Beispiel, digitale Technologien selbstständig zu implementieren und können danach auch gleich den Effekt (höhere Produktivität, Qualität etc.) erleben. Im Factory Cube widmet man sich u.a. dem digitalen Retrofitten von Maschinen für KMU. Und in der LEADFactory geht es ganz prinzipiell darum, den strategisch geeigneten Gesamtprozess aufzuzeigen, wie man die „richtigen“ Technologien für sein Unternehmen findet und wie man diese unter Berücksichtigung von Mensch und Organisation implementiert. Für all‘ diese Angebote gibt es Förderungen, die dem Bremsklotz „finanzielle Mittel“ seine Kraft nehmen.

Jeder, der Unterstützung bei seiner digitalen Transformation benötigt, wird sie finden. Die Tipps der Expertin Frau Dipl.Ing. Maria Hulla: „Einfach gesagt: Hilfe suchen, Wissen nutzen, Angebote wahrnehmen. Es gibt wie gezeigt eine breite Palette an Schulungen, idealerweise in Lernfabriken, die digitale Transformation kompetent begleiten. Knappe Geldmittel können mit Förderungen aufgebessert werden – und sich mit Unternehmen, die die ersten Schritte in Sachen Digitalisierung erfolgreich hinter sich haben, auszutauschen, bringt neues Know How und Impulse für den eigenen Weg.“ Mit diesen Erkenntnissen lässt sich dann die digitale Transformation im eigenen Unternehmen angstfrei angehen, step by step.

 

 

Frau Dipl.-Ing. Maria Hulla

ist Leiterin der Arbeitsgruppe Industrie Management an der TU Graz / Institut für Innovation und Industrie Management